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Freddy Borchert (Horst Buchholz) ist noch keine zwanzig Jahre alt und blickt schon auf eine kriminelle Karriere.
Freddy Borchert (Horst Buchholz) ist noch keine zwanzig Jahre alt und blickt schon auf eine kriminelle Karriere.
Die Halbstarken
Ein Heranwachsender begeht im Berlin der 1950er-Jahre mehrere Überfälle, gerät in eine fast ausweglose Situation und wird von seiner Freundin angestachelt, einen Zeugen zu töten. - Das aufsehenerregende Spielfilmdebüt von Dokumentarfilmer Georg Tressler machte den damals 23-jährigen Horst Buchholz zum Star und seine Partnerin Karin Baal über Nacht bekannt.
Der 19-jährige Freddy Borchert ist der Anführer einer Berliner Jugendgang. Er ist von zu Hause abgehauen, weil er seinen Vater, einen gewissenhaften Beamten, der seine Familie tyrannisiert, nicht mehr ertragen kann. Vater Borchert muss aufgrund einer Bürgschaft für seinen bankrottgegangenen Schwager eine hohe Schuld abzahlen.

Jan, Freddys jüngerer und etwas sanfterer Bruder, gewinnt durch dessen Angebereien den Eindruck, dass Freddy ein gemachter Mann sei. Er bittet ihn, ihm die 3000 Mark zu geben, mit denen der Vater seine Schulden loswerden könnte. Seiner Mutter zuliebe verspricht Freddy, das Geld zu beschaffen, indem er ein "großes Ding" dreht.

Die Bande überfällt ein Postauto und bringt die Beute in einem "geliehenen" Buick zu einem Bootshaus vor der Stadt. Doch in den geraubten Säcken sind nur wertlose Postanweisungen, und Freddys Ansehen innerhalb der Gang und bei seiner Freundin Sissy erreicht einen Nullpunkt. Um sich zu beweisen, beschließt Freddy, angetrieben von Sissy, noch in der gleichen Nacht einen neuen Plan: Er will in die Villa des Café-Besitzers Garezzo einbrechen und den Tresor ausrauben.

Georg Tresslers Film entstand nach einem Drehbuch des ehemaligen "Stern"-Reporters Will Tremper. Halbstarke Randalierer waren ein beliebtes Skandalthema der 1950er-Jahre, und Tremper kannte das Milieu gut. Vorbild waren US-Filme wie "Der Wilde" (1953) und "... denn sie wissen nicht, was sie tun" (1955) mit James Dean.

Karin Baal, die selbst aus schwierigen Verhältnissen stammte, nahm ohne vorherige Schauspielerfahrung am Casting für "Die Halbstarken" teil und bekam unter 700 Bewerberinnen die Hauptrolle und einen dreijährigen Ausbildungsvertrag zur Schauspielerin.

Sendedaten
Freitag, 3. Mai 2019, 22.25 Uhr
Credits
Die Halbstarken
Spielfilm, BRD 1956
90 Minuten
Regie: Georg Tressler
Mit Horst Buchholz (Freddy Borchert), Karin Baal (Sissy Bohl), Christian Doermer (Jan Borchert), Jo Herbst (Günther), Viktoria von Ballasko (Mutter Borchert), Stanislav Ledinek (Antonio Garezzo)
Filmreihe
Deutsch-Deutsches Kino - 40 Jahre Filme in Ost und West
30. April bis 24. Mai 2019