© Gerd Platow
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Konstrukteur Robert (Armin Mueller-Stahl, r.) und seine Ehefrau, die Jugendhelferin Ellen (Jutta Hoffmann, l.), sind in einer Beziehungskrise. Karl, der alte Vermieter ihres Ferienhauses (Sigfrit Steiner, M.), wird für sie zu einer wichtigen Stütze.
Geschlossene Gesellschaft
Ein Ehepaar mit kleinem Kind verbringt den Urlaub ungeplant ganz allein und ohne Freunde. Plötzlich sich selbst überlassen, brechen bisher unausgetragene Konflikte auf. - Frank Beyers Film steht bis heute für eine hervorragende Analyse des DDR-Alltags und eine überaus subtile Gesellschaftskritik.
Drei befreundete Ehepaare wollen einen Kurzurlaub miteinander verbringen. Die einen haben einen Verkehrsunfall, die anderen sind beruflich verhindert. So sind der Konstrukteur Robert und die Jugendhelferin Ellen gezwungen, die Tage in einem abgelegenen Bauernhaus allein mit ihrem kleinen Sohn zu verbringen.

Die bislang verdrängte Ehekrise bricht offen aus. Vorwürfe, Geständnisse, Anklagen, Selbstanklagen stehen im Raum. Schmerzhaft kommen sie zur Erkenntnis, dass für ihr Glück nur sie allein verantwortlich sind. Bei dem alten Hausvermieter findet jeder von ihnen zu sich selbst. Am Ende wollen Robert und Ellen einen neuen Anfang versuchen.

Kammerspielartig beschreibt der Film eine private Krise, die zugleich eine gesellschaftliche ist. Er kommt dabei ohne billige Lösungen, ohne verordneten Frohsinn und Fortschrittsoptimismus aus. Dafür gelangen die Protagonisten zur Erkenntnis, dass man Probleme nicht löst, indem man sie verdrängt und verschweigt. Verdrängung macht krank - individuell und gesellschaftlich.

Diese ungeschminkte Sicht war für die Parteiobersten Grund genug, den Film im Nachtprogramm des DDR-Fernsehens zu senden und nach der Ausstrahlung zu verbieten.

Sendedaten
Donnerstag, 16. Mai 2019, 22.25 Uhr
Credits
Geschlossene Gesellschaft
Fernsehfilm, DDR 1978
106 Minuten
Regie: Frank Beyer
Mit Jutta Hoffmann (Ellen), Armin Mueller-Stahl (Robert), Sigfrit Steiner (Karl), Walter Plathe (Bernd)
Filmreihe
Deutsch-Deutsches Kino - 40 Jahre Filme in Ost und West
30. April bis 24. Mai 2019