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Zwei glückliche Menschen: Putzfrau Emmi (Brigitte Mira) und Gastarbeiter Ali (El Hedi Ben Salem)
Angst essen Seele auf
Die verwitwete Putzfrau Emmi und der 20 Jahre jüngere Marokkaner Ali passen auf den ersten Blick nicht zusammen, sind aber glücklich miteinander - für Emmis Umgebung eine absurde Vorstellung. - In seiner meisterlichen Synthese von klassischem Hollywood-Melodram und kritischer Gesellschaftsstudie bewies Rainer Werner Fassbinder, wie man Gegensätze überwindet.

Als sie eines Abends eine arabische Kneipe in ihrer Nachbarschaft betritt, begegnet sie zum ersten Mal einem Menschen, der ihre Vorzüge erkennt. Emmi verliebt sich in den mehr als 20 Jahre jüngeren Marokkaner El Hedi, den alle nur "Ali" nennen und der als Gastarbeiter in Deutschland lebt. Emmi ist klar, dass die Romanze, die sich zwischen ihr und Ali entwickelt, auf Unverständnis stoßen wird.


"Angst essen Seele auf" ist Rainer Werner Fassbinders Hommage an Douglas Sirk: eine eigenwillige Interpretation des klassischen Hollywood-Melodrams "Was der Himmel erlaubt", das der aus Deutschland stammende Sirk 1955 in den USA inszeniert hatte. Der Konflikt des Originals - eine gut situierte ältere Frau verliebt sich in einen jüngeren, sozial unpassenden Mann - erscheint hier noch verschärft, denn Fassbinder verwandelt diesen Stoff in eine parabelhafte Abrechnung mit einer rassistischen, vom Erbe des Faschismus gezeichneten Gesellschaft.

Die intelligente, stilisierte Inszenierung und ausgezeichneten Schauspielerleistungen lassen den Film auch mehr als 40 Jahre nach seiner Entstehung unvermindert wirken.

Sendedaten
Mittwoch, 15. Mai 2019, 22.30 Uhr
Credits
Angst essen Seele auf
Spielfilm, BRD 1973
89 Minuten
Regie: Rainer Werner Fassbinder
Mit Brigitte Mira (Emmi), El Hedi Ben Salem (Ali), Irm Hermann (Krista), Barbara Valentin (Barbara), Marquard Bohm (Herr Gruber), Karl Scheydt (Albert), Rainer Werner Fassbinder (Eugen)
Filmreihe
Deutsch-Deutsches Kino - 40 Jahre Filme in Ost und West
30. April bis 24. Mai 2019